15.06.2021

Chefsache Jahresbericht 2021

Titel: Jahresbericht "Initiative Chefsache"
Der Bericht liefert eine aktuelle Bestandsaufnahme der Chancengerechtigkeit in Unternehmen.

Welche Chancen und Risiken birgt die neue, digitale Arbeitswelt für die Chancengerechtigkeit? Welche Rolle spielen Führungskräfte hierbei? Und wie chancengerecht sind Deutschlands Unternehmen tatsächlich? Diesen Fragen widmet sich der diesjährige und inzwischen fünfte Chefsache-Report.

"Wandel in Echtzeit – fair und digital in die Zukunft" lautet das Schwerpunktthema des diesjährigen Jahresreports der Initiative Chefsache. Hierzu wurden Anfang 2021 mehr als 1.000 Beschäftigte zu Themen wie Inklusion, Chancengleichheit in der Arbeitswelt und New Work befragt. Ergänzt wurde die Umfrage durch zahlreiche Expertengespräche und eine umfangreiche Sekundärdatenanalyse.

Fortschritt oder Rückschritt während der Pandemie

Die Relevanz und Aktualität des Themas Chancengerechtigkeit zwischen Männern und Frauen wurde in den vergangenen Monaten deutlich erkennbar. Zwar hat die Pandemie viele Entwicklungen wie die akzeptierte Nutzung von Homeoffice, flexiblen Arbeitszeiten und digitalen Tools beschleunigt und kann so für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen. Dennoch liegt in der neuen Arbeitsrealität auch das Risiko eines Rückschritts, wenn alte Rollenmuster wieder aufleben. Denn ein Großteil der Carearbeit – angestiegen durch Kita- und Schulschließungen – wird auch in Zeiten der Corona-Pandemie von Frauen getragen.

Erkennbarer Wertewandel unter Beschäftigten

Neben dem Wandel des Arbeitsumfelds findet auch ein Wandel der Werte und Prioritäten bei der Lebensgestaltung statt. Beschäftigte wünschen sich eine sinnstiftende Arbeit. Zudem möchten sie im Beruf authentisch sein und eigene – auch kritische – Perspektiven einbringen. Gerade die jüngere Generation erwartet eine ausgewogene Work-Life-Balance: Familie, Freizeit und Beruf werden als gleich wichtig empfunden und müssen miteinander vereinbar sein. Teilzeit und flexible Arbeitszeitmodelle gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig haben nur 30 Prozent der Befragten die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit flexibel zu gestalten. Zudem wird Teilzeitmodellen oft ein negativer Einfluss auf die Karriereentwicklung zugeschrieben.

Fehlende Vorbilder in Führungspositionen

Digitalisierung führt zu veränderten Kompetenzanforderungen. Der Bedarf an sozialer und emotionaler Kompetenz in allen Berufsgruppen steigt. Dies gilt vor allem für Führung als einer der größten Treiber für eine inklusive Unternehmenskultur. Hiervon können vor allem Frauen in Führungspositionen profitieren, da diese der Umfrage nach im Vergleich zu Männern häufiger einbeziehend und coachend führen. Aufholbedarf besteht der Umfrage nach beim Vorbildcharakter vieler Führungskräfte: Nur ein Drittel der Beschäftigten sagt, dass es im eigenen Unternehmen Personen in Führungspositionen gibt, die Vorbilder sind.

Inklusion in deutschen Unternehmen

Sechs Kriterien des Inclusion Pulse Check
Sechs Dimensionen des Inclusions Pulse Checks.

Der erstmals in die Befragung integrierte „Inclusion Pulse Check“ liefert Anhaltspunkte zum Status quo der Inklusion in deutschen Unternehmen. Aus den sechs Dimensionen Sinnstiftende Arbeit, Zugehörigkeit, Authentizität, Akzeptanz, Zusammenhalt und Fairness lassen sich zudem passgenaue Initiativen wie regelmäßige Trainings, standardisierte Kriterien bei Einstellung, Leistungsbewertung oder Beförderung sowie ergebnisoffene Diskussionen der Bedarfe der Beschäftigten für eine inklusivere Unternehmenskultur ableiten.

Hintergrund zum Jahresbericht der Initiative Chefsache

Der jährliche Report der Initiative Chefsache liefert eine Bestandsaufnahme und gibt durch Praxisbeispiele und Handlungsempfehlungen konkrete Hilfestellung für mehr Chancengerechtigkeit in Unternehmen. Der komplette Report 2021 kann hier heruntergeladen werden.

Die Initiative Chefsache ist ein Netzwerk von aktuell 26 Mitgliedern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien sowie öffentlichem und sozialem Sektor. Ihr gemeinsames Ziel ist ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in Führungspositionen und gesellschaftlicher Wandel im Hinblick auf Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit.

 

Projektträger

Kontakt

Madlen Fidorrra
Tel.: 040 334241-431

Michael Heck
Tel.: 040 334241-210


 


Das Projekt "Digital Leadership" wird im Rahmen des Programms "Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.